Bühne frei für die nächste schlaflose Nacht, die nun auf mich zukommen wird. Seit mehr als einer Woche schlafe ich nachts nicht mehr so, wie man das um diese Zeit tun sollte.
Ein Beispiel letzte Nacht: Den ganzen Sommer bin ich kein einziges Mal von kampfwütigen Insekten angegriffen worden, bin verschont geblieben und empfand dafür auch eine angemessene Dankbarkeit. Aber nein, dieser Zustand kann natürlich nicht so bleiben. Innerhalb der letzten beiden Nächte habe ich eine üppige Mückenstichsammlung von ca. 20 Stück ergattern dürfen. Das "ca.", weil ich irgendwann aus Frust aufgehört habe zu zählen.
Es ist aber nicht nur Frust, der durch diese kleinen roten Hügel hervorgerufen wird; es ist auch Wut. Wut, wenn man nachts, unendlich müde, endlich schlafen möchte und ein andauerndes, penetrantes Summen hört, bei dem man schon weiß, was kommen wird. Ein nächster Tag mit vielen, vielen juckenden Stellen und sich darausergebender unterdrückter Aggressivität. Manchmal auch nicht unterdrückt, was die Folge von noch mehr Frust ist. Und so weiter.
Man kann erkennen, dass es ein folgenschwerer Teufelskreis ist.
An dieser Stelle ein unmoralischer Gedanke: Wenn ich diese Nacht eine kleine, stechende, lärmende Mücke erwischen sollte, werde ich mich über den Blutfleck auf dem Laken am nächsten Morgen freuen. Der Blutfleck von der Mücke, wenn ich sie endlich erschlagen habe.
Entschuldigt diesen Ton, hier spricht nur jemand völlig übermüdetes, der sich nach einer langen, erholsamen, ruhigen Nacht sehnt.
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